Tagesgeldkonto

Das Tagesgeldkonto ist in den letzten Jahren zu eine der beliebtesten Geldanlagen avanciert. Dabei kannte noch vor 20 Jahren eigentlich niemand diese Geldanlage. Kein Wunder, denn das Sparbuch konnte in Deutschland nur schwer verdrängt werden. Doch mittlerweile hat die Beliebtheit des Tagesgeldkontos stark nachgelassen: Woran kann diese Entwicklung festgemacht werden? Liegt es tatsächlich an dem niedrigen Zinssatz, der kaum über die 1%-Marke kommt?

In erster Linie kann sich das Tagesgeldkonto als wichtiges Konto bezahlt machen, das nicht nur kurzfristig sondern auch auf lange Sicht überzeugen kann. Dabei hat sich das Tagesgeldkonto gerade zu Beginn des neuen Jahrtausends als die Geldanlage schlechthin erwiesen. Das lässt sich nicht alleine über das Tagesgeldkonto sondern auch über das Festgeldkonto behaupten. Doch wenn es um wahre Effektivität geht, gibt es kaum ein Konto, das stärker ist als das Tagesgeldkonto. Schließlich wurde das Tagesgeldkonto deshalb entwickelt, weil vor allem größere Firmen einen einfachen Zugriff auf ihr Produkt haben wollten.

Das Tagesgeldkonto entstand in den frühen 1980er Jahren und wurde in den ersten Jahren nur von größeren Unternehmen genutzt. Im Vergleich zum Sparbuch waren die Vorteile offensichtlich: Das Geld konnte jederzeit von einem Konto auf das andere transferiert werden und war somit deutlich transparenter als viele andere Geldanlagen. Darüber hinaus konnte das Onlinebanking die Vormachtstellung das Tagesgeldkontos in den letzten Jahren deutlich bestärken. Hier lässt sich vor allem eines sagen: Das Onlinebanking war nötig, damit die Geldanlage auch bei Kleinanlegern beliebt werden konnte.

Das Tagesgeldkonto zeichnete sich zu Beginn der 2000er Jahre durch einen besonders hohen Zinssatz aus. Zeitweise wurden mehr als 6% Rendite erreicht. Gerade auch in der Finanzkrise, als der Leitzins besonders hoch war und die Banken viel Geld benötigten, war der Zinssatz für die Verbraucher sehr hoch. Dies führte zu traumhaft hohen Renditen, die sich viele Anleger zunutze machten. Kein Wunder, denn schließlich war das Tagesgeldkonto auch für die Banken eine Möglichkeit, auf kurzem Wege schnell an Geld zu kommen. Das lässt sich nicht allein über das Tagesgeldkonto sondern auch über viele weitere Produkte sagen.

Das Tagesgeldkonto war jedoch gerade deshalb in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt, weil die meisten Banken ihren Kunden nicht nur hohe Zinsen sondern auch zahlreiche Geldgeschenke anbieten wollten. Durch die Geldgeschenke stieg die Rendite in der Regel sprunghaft an – der Kunde erhielt auf einmal nicht nur 1% Zinsen sondern gleich 5% Zinsen. Das Tagesgeldkonto hat sich also gerade für diejenigen ausgezahlt, die schnell an Geld kommen wollten – ob nun Bank oder Verbraucher war im ersten Moment völlig egal.

Später konnte das Tagesgeldkonto die Beliebtheit nicht weiter aufrecht erhalten. Als die Eurokrise schließlich den Kontinent erreichte, senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins und sorgte dafür, dass die Zinssätze für das Tagesgeld auf unter 1% rutschten. Im Juni 2013 gibt es nur wenige Banken, die ihren Kunden mehr als 1% auf das Tagesgeld bieten. Doch gerade deshalb kann auch gesagt werden, dass viele Kunden jetzt auf das Tagesgeld setzen sollten, denn die Zinsen werden gerade in den nächsten Jahren sprunghaft steigen.